Heute habe ich Meta-meditiert.
Oder Metta.
Je nachdem, wie man's aus dem Russischen übersetzen möchte.
Auf jeden Fall, über mich selbst hinausgehend.
Die ruhige Stimme in der Handyapp führte mich durch.
Wie auch immer das also hieß, im Metakontext war das Ziel einfach:
Über das ganze Selbst hinaus, nicht nur über den Körper
Hinausgehen und Gutes wünschen Allem um mich herum.
Der ganzen Welt.
Wärme aussenden.
Gutes wünschen.
Wir tun das eigentlich seit Anbeginn der Zeit.
Gutes wünschen.
Zum Geburtstag, zur Hochzeit, zu Weihnachten.
Immer dann halt, wenn ein Ritual uns daran erinnert,
dass wir die Macht haben, einander Gutes zuzusprechen.
Wir glauben offenbar daran.
Sonst würden wir’s längst nicht mehr tun.
(Ich mein, allein schon das Konzept der selbsterfüllenden Prophezeihung sagt's. Und der Placeboeffekt.)
Warum also so selten?
Warum nur zu Anlässen?
Vielleicht liegt in diesen kleinen kulturellen Gesten
mehr Wahrheit als in manchem Forschungspapier.
Wir nennen es heute Esoterik.
Wir lachen über alte Bräuche,
und doch spucken manche heimlich,
wenn eine schwarze Katze den Weg kreuzt.
Fast alle klirren die Gläser mit Blickkontakt
aus kollektiver Panik vor sieben Jahren schlechtem Sex.
In den Flugzeugen fehlt die dreizehnte Reihe.
So sehr verachten wir die Magie nicht,
wir tarnen sie nur.
Ein bisschen mehr Demut vor dem Unbekannten
würde uns vielleicht entlasten.
Nicht alles muss bewiesen werden,
nicht alles lässt sich statistisch zählen.
Vielleicht gibt es Dinge wie Synchronizität,
die sich gerade deshalb entziehen,
weil unsere Methoden darauf nicht getrimmt sind.
Meta-Meditation heißt dann:
die alte Kunst des Gut-Wünschens neu erinnern.
Und vielleicht einsehen,
dass wir nie ganz ohne Zauber leben können und wollen.