Philosophisches; · 20. August 2025
Spazierganggedanken in Hodenhagen Wir Menschen sind seltsame Tiere. Ich sitze mit meiner Hündin auf einer kleinen Wiese. Lauwarmer Sommerabend in Hodenhagen. Wir starren (vor allem meine Hündin Sabrina) die drei Pferde gegenüber an, die mitten im Feld hinter einer kleinen Absperrung grasen. Sie tragen seltsame Überzüge über ihren Gesichtern, die ihre Augen komplett verdecken. Meine Sabrina, die sonst keine 2 Sekunden an Ort und Stelle bleiben kann, setzte sich im ersten Anblick dieser...
Philosophisches; · 12. August 2025
Ein Essay über epistemische Räume & ein Modellierungsversuch (In Entwicklung) Die Suche nach der Wahrheit In einer sogenannten postfaktischen Gesellschaft wird Wahrheit zunehmend zum Streitfall. Polarisierte Diskurse, tiefe Meinungsgräben und der Vertrauensverlust gegenüber Medien oder Institutionen führen zu einer Krise des gemeinsamen Erkenntnisraumes. Wenn jede Seite der anderen abspricht, überhaupt auf derselben Grundlage zu argumentieren, kommt es zu dem, was Robert Talisse als...
Philosophisches; · 05. August 2025
Wir haben Gott ermordet, aber die Kirche steht noch. Der Mann auf der Wolke ist verschwunden, und doch blieben die Dogmen zurück. Die Institutionen, die uns moralisch zügeln, sind nach wie vor da. Sie tragen eine andere Gewand, auch sie haben sich mit der Zeit gewandelt. Blickt man zurück in die Geschichte, sieht man, dass jedes Zeitalter sein eigenes Leitdenken hatte. Im antiken Griechenland zum Beispiel: Dort entstanden die ersten Demokratien, dort wurden die Anfänge der Philosophie und...
Heute habe ich Meta-meditiert. Oder Metta. Je nachdem, wie man's aus dem Russischen übersetzen möchte. Auf jeden Fall, über mich selbst hinausgehend. Die ruhige Stimme in der Handyapp führte mich durch. Wie auch immer das also hieß, im Metakontext war das Ziel einfach: Über das ganze Selbst hinaus, nicht nur über den Körper Hinausgehen und Gutes wünschen Allem um mich herum. Der ganzen Welt. Wärme aussenden. Gutes wünschen. Wir tun das eigentlich seit Anbeginn der Zeit. Gutes...
Politisches; · 18. Juli 2025
Der Klimawandel ist, abgesehen von den überall aufflammenden Kriegen, die größte Herausforderung unserer Zeit. Wir reden viel darüber und haben wenig tragbare Lösungen. Dann heißt es, die Konsumgesellschaft ist schuld. Es beginnt mit gut gemeinten Ratschlägen: weniger fliegen, regional einkaufen, Plastik vermeiden. Klar, ist das sinnvoll, dass wir achtsamer konsumieren. Aber indivuelle Konsumentscheidungen reichen bei Weitem nicht. Denn die entscheidenden Hebel finden sich nicht im...
Philosophisches; · 16. Juli 2025
Warum fiebern wir mit, obwohl wir es besser wissen? Warum ist selbst die schärfste Analyse gegen eine schnulzige Hollywood-Szene voller Pathos, mit dieser einen Melodie im richtigen Moment, einfach machtlos? Es geht um den Schatten. Und zwar um den kollektiven Schatten. Identifikation ist ein Reflex Wenn wir Geschichten konsumieren, folgen wir einem tiefenpsychologischen Automatismus: Wir identifizieren uns. Mit dem Helden. Mit dem Rebellen. Mit dem Opfer. Mit dem Antihelden. Wir gehen mit....
Philosophisches; · 13. Juli 2025
Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten? Sie fliegen vorbei wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen, es bleibet dabei: die Gedanken sind frei. Und sperrt man mich ein im finsteren Kerker, das alles sind rein vergebliche Werke. Denn meine Gedanken zerreißen die Schranken und Mauern entzwei: die Gedanken sind frei. Was ist aber jetzt die Freiheit? Was genau ist damit gemeint? Vielleicht liegt genau darin das Problem, wenn wir um Freiheit streiten: Dass...
1564 Wochen Ein Versuch der Rückrechnung (August 2024, kurz vorm dreißigsten Geburtstag). Dreißig Jahre. Das sind knapp elftausend Tage. Es scheint echt nicht viel zu sein. An die sechstausend davon habe ich in Russland verbracht. Oder rechnen wir mal in Wochen. Dann sind's 1564. 1564 Wochen des Lebens seit der Geburt. Plus 37 im Mutterleib. Kennst du diese Wandkalender, die einen mahnen sollen: Nutz die Zeit, die dir noch übrig ist. Jede Woche ein Kästchen, das man wegstreicht. Der geht...
Die Vorstellung im Naturkundemuseum am 28.6.25 Warum schreibt ein Mensch Gedichte? Weil man mit 6 Jahren den Herbst schön findet. Dann klingt es so:
Philosophisches; · 02. Juli 2025
Das größte Problem unseres Denkens ist, dass wir unsere Freiheit heute an Orten ausleben, die längst vordefiniert sind. Großkonzerne und Tech-Giganten haben Plattformen geschaffen, auf denen wir uns scheinbar individuell entfalten können; wir gestalten unsere Social-Media-Profile, vernetzen uns, posten, liken, kommentieren. Es fühlt sich nach Wahl an. Nach Handlungsspielraum. Nach Selbstbestimmung. Doch wer tiefer hinsieht, wird feststellen: Noch nie waren wir so gelenkt wie heute,...